Ehrliche Lautsprecher.

Code R.E.D.

von Bert am 17. November 2013
bei 108 abgegebenen Stimmen

Dieses Kino wurde im Keller eines Einfamilienhauses realisiert. Auf rund 14 m² Fläche finden regulär 3 Personen Platz, optional 2 weitere. Das Kino kann mit einer Rahmenleinwand von 2,33 m Diagonale und 6.1-Sound aufwarten. Der Sitzabstand beträgt ca. 2,80 m.

Im Vordergrund stand die vollständige Umsetzung eines separaten Kinoraums mit nicht allzu abgehobenem Budget. Die Gesamtkosten beliefen sich auf ca. 10.000 €, wovon ca. 3.700 € in die Raumgestaltung investiert wurden und die verbleibenden 6.300 € in die Technik. Einige Komponenten, darunter hauptsächlich die Nubert-Lautsprecher, waren bereits vorhanden und sollten weiterverwendet werden. Ein nicht unerheblicher Teil der Kosten wurde in die Verbesserung der Raumakustik investiert.

Der Raum wurde bereits bei der Hausplanung als Kino vorgesehen und hat deshalb kein Fenster. Er verfügt über eine Frischluftzufuhr, die an das zentrale Wohnraumlüftungssystem angeschlossen ist. Geheizt wird per Fußbodenheizung. Die Decke ist mit einem feinkörnigen Zierputz versehen und wurde in Anthrazit gestrichen. Der Boden ist vollständig mit Teppich bedeckt. Die Wände wurden mit Baumwollputz in Anthrazit zuzüglich grauen Effekten verkleidet, was der Akustik im Hochtonbereich minimal zugute kommt und ein warmes Raumklima vermittelt. Durch die durchweg dunklen Farben wird nahezu kein Licht mehr im Raum reflektiert, was das Streulicht auf der Leinwand so weit wie möglich eliminiert.

Die Vorder- und Rückwand sind vollständig mit Vorhängen aus Molton mit 160 g/m² abgehängt. In allen vier Raumecken verdecken die Vorhänge Kantenabsorber, die vom Boden bis zur Decke durchgehend aufgestellt sind. Zusammen mit dem Teppich sind das die wesentlichen Elemente, die aus dem halligen Beton-Bunker einen akustisch angenehmen Raum mit wenig Nachhall machen. Zusätzlich wurden an den Seitenwänden einige Plattenabsorber angebracht, die frühe Reflexionen und Flatterechos verringern. Die Rahmenleinwand wurde mit Stahlseilen vor den Front-Vorhang an die Decke gehängt. Der Vorhang dient so nicht nur dazu, diverse technische Details zu verbergen, sondern sorgt für einen angenehmen Hintergrund, von dem sich Leinwand und Boxen abheben.

Die 3 Sessel sind die Hausmarke "Poäng" von IKEA und damit an Sitzkomfort nur durch erheblich teurere Polstermöbel zu übertreffen. Als Getränkehalter wurden Fahrradflaschenhalter mit den Sesseln verschraubt und zusätzlich mit Kabelbinder fixiert. Als Hifi-Rack dient – vom selben Hersteller – das Produkt "Lack", dreifach übereinander gestapelt und fahrbar. Die verwendeten Yamaha-Komponenten passen perfekt in den Innenraum. Durch die beidseitige Öffnung sind alle Kabel von hinten bequem zugänglich. Die Aufstellung an der Rückseite des Raums ermöglicht kurze Kabelwege und nimmt jede Ablenkung aus dem Blickfeld.

Sämtliche Kabel wurden in Sockelleisten-Kabelkanälen an Boden und Decke verlegt. Audio-Kabel (am Boden) wurden dabei von den Zuleitungen für Licht und Steckdosen (an der Decke) getrennt. Sämtliche Steckdosen können über einen Hauptschalter deaktiviert werden. Damit es dabei nicht zu ungewolltem Ausschalten kommt (was gerade für den Beamer eher schlecht wäre) wurde ein Verzögerungsschalter eingebaut, wie man ihn von Badezimmerlüftern kennt. Die Hauptbeleuchtung an den Seitenwänden ist per Funk dimmbar. Die Deckenspots vorne und hinten lassen sich ebenfalls über gewöhnliche Funksteckdosen schalten.

Die Steuerung sämtlicher Komponenten erfolgt über eine selbst entwickelte Web-App, die die Netzwerkschnittstellen der verschiedenen Geräte nutzt. Alle Geräte sind über einen Switch mit dem Hausnetzwerk verbunden. Beliebige Smartphones und Tablets, die mit dem WLAN verbunden sind, können die App nutzen, um so als individuell gestaltete Universalfernbedienung zu dienen. Dabei wurden diverse Automatismen implementiert, wie zum Beispiel ein zeitverzögerter Filmstart.

Viele Details aus diesem Kino und diverse andere Themen greife ich in meinem Blog auf:
http://www.heimkino-praxis.com/

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